Führen durch den Dschungel der Kindheit

Ich möchte euch heute eine kleine Geschichte erzählen:

Stellt euch vor, ihr habt ein Dschungelabenteuer gebucht. Ein Führer wurde vor Ort engagiert, einer, wovon sie ausgehen, dass er sie sicher durch die lauernden Gefahren bringt. Doch dieser Führer erweist sich zunehmend als Schwächling. Dauernd fragt er, was ihr wollt. Er geht Kompromisse ein. Er meint, da soll man nicht durchgehen, könnten doch Krokodile lauern. Doch ihr besteht darauf. Mit Tränen in den Augen, bettelt ihr ihn an, diesen Weg zu nehmen. Er gibt nach, doch das Affenvolk, das sich dort aufhält, frisst alle Vorräte weg. Der Führer macht euch auch noch   verantwortlich dafür, weil ihr jetzt hungrig weitergehen müsst. Ihr wollt unbedingt auf dieser Lichtung sitzen bleiben und schickt den Guide weg, um etwas Essen zu besorgen. Das euch dann gar nicht schmeckt.  Ihr esst es nicht, der Guide entschuldigt sich tausendmal dafür, dass er das Falsche gebracht hat. Er meint, wenn ihr es nicht essen wollt, müsst ihr nicht.  Doch der Weg ist noch lang. Ihr seid nahe am Zusammenbrechen und besteht darauf, dass dieser Dschungelführer euch sofort ans Ziel bringt. Mit Abkürzung. Das macht er auch, aus lauter schlechtem Gewissen. Doch er hat sich verlaufen, weil er von der vorgegeben Route abgewichen ist. Und so irren sie alle noch herum, ängstlich und unentschlossen und machen sich gegenseitig verantwortlich, dass sie nie zu ihrem Ziel gekommen sind. Sie hausen heute in einer eingefallenen Hütte und der vielversprechende Anfang wurde zu einer einzigen Enttäuschung.
Und wenn sie nicht gestorben sind……

Die Kindheit ist dieser Dschungel, die Kinder wissen nicht, wohin die Reise geht. Aber sie haben Eltern, die sie sicher durch dieses den Kindern unbekannte Land führen müssen. Sie sollten wissen, was die Kinder brauchen und nicht ihren momentanen Wünschen nachgeben. Weil sie sich sich sonst alle verirren würden. Die Kinder würden verunsichert sein und voller  Angst bleiben. Im Märchen endet eine  Geschichte oft mit einem Schloss. Es ist Sinnbild für einen starken Charakter. Die Hütte ist der labile, verunsicherte Mensch, der sein Ziel, seinen Sinn des Lebens nicht findet. Seine Kraft verloren hat und seine Persönlichkeit nicht reifen konnte.

Wisst ihr, wie viele Eltern ich heute beobachte, die ihrem Kind die Führung in ganz vielen existentiellen Dingen überlassen?  Die Folge davon sind Machtkämpfe und dass sie  Verantwortlichkeit nicht lernen können.  Diese Kinder hausen dann ihr Leben lang in einer baufälligen Hütte und machen andere dafür verantwortlich, dass sie sich in dieser Lage befinden.

Ein paar Beispiele gefällig? Beim nächsten Mal gerne!

 

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